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Publikationen > Fachartikel zum Thema Kreativität


Jenseits des Brainstormings – Die 5 unverzichtbaren Gesetze für mehr Kreativität

Autor: Monika Monzel, September 2010

 

Kreativität gehört zu den wichtigsten "Key Success Factors" in Job und Business. Wer kreativ ist, hat mehr Erfolg, mehr Spaß, mehr Anerkennung. Durch Hektik und Stress ist die Kreativität oft blockiert – ein einfaches "Brainstorming" hilft hier kaum weiter. Denn: Gute Brainstorming-Ergebnisse erzielt nur derjenige, der seine Ideen völlig frei fließen lassen kann. In offiziellen Kreativ-Meetings sind diese Rahmenbedingungen fast nie gegeben. Man ziert sich und ist weit davon entfernt, seine Geistesblitze unzensiert mit anderen zu teilen.

Schwer wiegt zudem die Tatsache, dass der Kopf nur entdecken kann, was der Bauch schon weiß. Kreativität entsteht immer aus einem Wechselspiel zwischen Intuition und Wissen. Ohne Wissen gibt es keine wirklich tollen, neuen Ideen. Die gezielte Suche nach frischen Impulsen (das "Ideen-Screening") muss stets Teil des Kreativitätsprozesses sein. Ein Brainstorming ohne Screening ist wie ein Wochenendtrip ins eigene Wohnzimmer. Das Ergebnis bleibt irgendwie langweilig.

Wie also aktiviert man sein inneres Genie? Monika Monzel, Marketing Consultant bei AdCoach und Leitung der AdCoach Marketingakademie, hat die 5 wichtigsten Ansatzpunkte für mehr Kreativität und Innovationsfähigkeit im Business zusammengestellt.


1. Raum

Sie suchen nach der "Big Idea", z.B. für eine einzigartige Produktinnovation oder eine Marketingkampagne, die Kreativpreise gewinnt? Dann ist es sehr schlecht, diese Idee auf einer idyllischen Bergwiese zu suchen (es sein denn, Sie bewerben eine neue Milchschokolade). Auch Ihr eigener Schreibtisch ist dafür nur bedingt geeignet, außer er steht in N.Y. mit freiem Blick auf die Manhattan-Skyline. Aus diesem Grunde verlegen die kreativsten Werber ihre Ideenmeetings häufig an einen pulsierenden, kreativitätsfördernden Ort außerhalb der eigenen Büroräume. Schaffen Sie sich ebenfalls ein kreatives Umfeld! Im Büro könnten Sie z.B. die normale Sitzposition wechseln und Ihrem Schreibtisch einfach mal den Rücken kehren. Blicken Sie in die Ferne oder auf ein motivierendes Bild hinter sich an der Wand. Besser noch Sie begeben Sie sich an einen anderen, kreativen Ort. Dies kann z.B. das stylische Cafe um die Ecke oder auch der neue Konferenzraum in Ihrem eigenen Bürogebäude sein, Hauptsache, der Ort versetzt Sie in die Stimmung, die Sie brauchen, um sich der Aufgabe zu stellen.


2. Leidenschaft
Hatten Sie schon mal einen wirklich genialen Einfall bei einem Projekt, das Sie total langweilig fanden? Wenn Sie Ihre innersten kreativen Reserven mobilisieren wollen, müssen Sie sich klar machen, wie wichtig das Vorhaben für Sie ist. Und warum es sich lohnt, dafür alles zu geben. Ohne ein hohes Maß an Eigenmotivation ist Kreativität nicht möglich. Malen Sie sich bei jedem Projekt, für das Sie eine innovative Idee suchen, bildlich aus, was der Erfolg für Sie (persönlich) bedeutet. So überlisten Sie Ihren schlimmsten innersten Kreativitätsfeind, die "Routine".


3. Konkretisierung
Stellen Sie sich vor: Sie suchen nach einer Idee, z.B. für ein benutzerfreundlicheres Produkt, eine attraktivere Verpackungslösung oder eine völlig neuartige Werbeidee. Aber was suchen Sie wirklich? Versuchen Sie Ihr Vorhaben zu konkretisieren, in dem Sie sich fragen, was eigentlich "benutzerfreundlich", "attraktiv", "völlig neuartig" etc. heißt. Die Verpackungseigenschaft "attraktiver" könnte in die Facetten "glänzender", "glatter", "größer", "runder", "weniger Schrift", "Trendfarbe" etc. übersetzt werden. Die Konkretisierung lenkt Ihr Denken automatisch in verschiedene Richtungen, d.h. Sie kleben nicht an der erstbesten Idee fest. Zudem nehmen Sie sich den Druck, sofort verwertbare Ideen zu produzieren. Die verschiedenen Ansatzpunkte / Denkrichtungen, die Sie auf diese Weise entwickeln, können Sie anschließend weiter verfolgen.


4. Screening
Wie gesagt: Kreativität lebt von Wissen. Der Kopf kann nur finden, was der Bauch schon weiß. Gehen Sie also los und sammeln Sie Impulse und Inspirationen! Blicken Sie durch andere Türen. Suchen Sie nach Erfolgsrezepten aus fremden Branchen. Überlegen Sie, was Sie in der letzten Zeit begeistert hat (welches Produkt, welcher Werbespot, welcher Zeitungsartikel etc.). Versuchen Sie die gewonnenen Erkenntnisse auf Ihr eigenes Projekt zu übertragen, ohne die Mechanismen einfach zu kopieren. In unseren Strategieseminaren, in denen es z.B. um die Entwicklung innovativer Marketingstrategien für ein konkretes Produkt oder ein neues Geschäftsfeld unserer Kunden geht, diskutieren wir stets auch aktuelle Erfolgsbeispiele aus fremden Branchen. Gemeinsam screenen wir die Fachmagazine und Medien anderer Märkten, damit die Teilnehmer/innen – völlig losgelöst von der eigenen Aufgabenstellung – möglichst vielfältige Erfahrungen sammeln können, was gut ankommt und was nicht.


5. "Spinnen"
Erst jetzt kommt das, was viele Ideensuchende bereits ganz zu Beginn ihrer Arbeit versuchen: Die Produktion genialer Geistesblitze unter Zuhilfenahme einer oder mehrerer Kreativitätstechniken (Brainstorming, Mindmapping, Osborn-Methode, laterales Denken etc.). Wer die professionellen Ideenfindungstechniken beherrscht ist in jedem Falle gut gerüstet, sofern er sich traut, seine Einfälle unzensiert zu kommunizieren, d.h. auch mal zu "spinnen". Solo ist dies recht einfach, da niemand da ist, der die Ideen bewertet. In größeren Unternehmen und Agenturen wird die Ideenfindung jedoch in der Regel in Teams organisiert, um (korrekterweise) die so genannte "Schwarmintelligenz" zu nutzen. In Kreativmeetings mit mehr als drei Personen sollten "Kreativitäts-Spielregeln" vereinbart werden, damit sich jeder Teilnehmer sicher fühlt und die "Big Idea" letztlich gefunden werden kann. Im Team darf und sollte man seine Ideen ruhig auch mal als "Spinnerei" bezeichnen, insbesondere wenn man sehr unkonventionelle Ideen präsentiert. Dies ist ein guter psychologischer Trick, wenn Sie nicht wollen, dass ein toller, aber höchst ungewöhnlicher Einfall direkt den Bedenkenträgern zum Opfer fällt. Wer seine Ideen wie selbstverständlich als den "großen Wurf" präsentiert, muss mit Widerstand rechnen. Diesen können Sie mindern, wenn Sie vorab ankündigen, dass jetzt "Etwas sehr Ungewöhnliches" kommt, das man nicht sofort umsetzen muss, sondern einfach mal wirken lassen sollte. Beim nächsten Meeting ist die Idee dann schon im Unterbewusstsein der Beteiligten verankert. Somit nicht mehr so fremd. Und damit schon viel attraktiver!

Quelle: AdCoach Academy, Autor: Monika Monzel, September 2010

 

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